|  | | Souvenierfoto: Ute, Siri, Dorina und ich an einer der unzähligen österreichischen Kapellerln; Sylvia macht das Foto |  |  |  |
| Oh, genossen wir die schönen Wege und das reichhaltige Angebot an Feldwegen, mit denen wir Asphaltstraßen meiden konnten! So friedlich eingelullt, blieben wir dann ein wenig ratlos vor einem Weidezaun stehen, der uns den gewählten Feldweg versperrte.
In wohl ernsthafter Befürchtung, seine Kühe könnten verhungern, hatte ein Bauer den Weg gleich mit eingezäunt! Unglücklicherweise war links vom Weg, da, wo der Wald in Form eines wilden Dickichts anfing, auch noch ein Graben.
Siri sprang ohne Zögern Ute hinterher, bei Dorina gehört Hopsen zu einer der leichtesten Übungen, nur Comino erwies sich als Schwein.
Er sprang zwar über den Graben, aber direkt auf Sylvia, die dann völlig überrascht unter seine Hufen kam.
Es dauerte, weil das Unterholz so dicht war, bis ich Ute Dorina zum Halten übergeben konnte, damit ich Sylvia zur Hilfe zu eilen konnte.
Da hatte sie sich bereits wieder erhoben und untersuchte noch halb im Schock ihren Körper auf ernsthaftere Schäden.
Da Comino irgendwo im Unterholz feststeckte und niemand vorhersehen konnte, was für Überlebensstrategie-Programme in seinem Kopf abliefen oder sonstige Spät-Panikattacken ihn befielen, erkundigte ich mich bei Sylvia, ob ich erst einmal Comino in Sicherheit bringen könnte.
Nachdem dann Ute das dritte Pferd in der Hand hielt, war so viel Zeit vergangen, daß Sylvia die ersten Schritte unternommen hatte und meinte, daß sie glücklicherweise keinen größeren Schaden davongetragen hätte.
Keine Ahnung, warum ein Ritt zu dritt als die ungünstigste aller Varianten gilt. Denn in solchen Fällen, muss immer eine irgendwelche Pferde halten, während die andere der dritten zur Hilfe eilen kann. Vor dem dritten Tag sollten die Ratgeber warnen, nicht vor einem Dreier-Team!
Es bestätigte sich, dass Sylvia nichts weiter geschehen war, als derbe blaue Flecken kassiert zu haben. Sie verteilte sich reichlich Tensolvet auf die Körperteile, unterbrochen nur von einem Handyanruf, und Ute sattelte derweilen Comino erneut, auch nur von einem Handyanruf unterbrochen.
Ich hielt derweilen Dorina und Siri und ahnte ganz üble Überraschungen seitens der beiden Meisterzicken, weil sie allzu brav und unschuldig neben einander stehen blieben. Deswegen und der Bremsen wegen, sehnte ich ein handyloses Zeitalter herbei.
Anfänglichen Bedenken, dass wir nun unerlaubt quer durch den Wald gingen, hielt ich entgegen, dass, wer Wege eigennützig einzäunt, kein Recht auf unberührten Wald mehr habe!
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