| |  |  | |  | | nur Comino; es ist immer Sylvia, die an die wichtigen Fotos denkt! |  |  |  |
| | Ja, der Tag fing schon hart an! Denn angesichts der zu erwartenden Temperaturen, einer Rittlänge von 37 km und den eingebrannten Erinnerungen, wie es damals war, im August 2001, als wir kilometerlang ohne Schatten dem Lauf der Donau folgten, befanden wir, daß das Opfer gebracht werden müßte, um 5 Uhr in der Früh aufzustehen.
Unter meiner Anleitung und Oberaufsicht waren wir terminplangemäß um 7 Uhr bei den Pferden, benötigten die veranschlagten 1 1/2 Stunden, um die Pferde zu putzen, zu satteln, mit dem Gepäck zu beladen, mindestens zwei Mal aufs Klo zu gehen und mit Werner zu quatschen.
(Im bürgerlichen Leben bin ich Projektleiterin, wer kann es mir verübeln, in Projektterminplänen zu denken!)
Mit einer Restpufferzeit von 10 Minuten traten wir unseren Ritt an. Begleitet wurde wir bis zur ersten Raststation von Doris, einer Stallkollegin Utes.
Die Pferde, gerade warmgelaufen, waren ein wenig überrascht nach nur 1 1/2 Stunden Ritt kurz angebunden pausieren zu müssen, nur weil ihre Reiterinnen einen Eistee auf Kosten des Hauses, einem Reit-Trucker-Western-Pub, trinken wollten.
Dorina entdeckte dann auch, daß das dekorativ an die Anbindestangen gelehnte Wagenrad, einmal mit der Nase angestupst, sich in ein schreckliches Monster verwandeln würde und somit etwas Abwechslung ins öde Angebundensein brachte.
Glücklicherweise waren die Balken solide, das Pferd schnell geschimpft und das Wagenrad zu Boden gefallen. Wir verabschiedeten Doris und setzten unseren Weg der Donau entlang fort.
Wir würden bis Linz zur Donaubrücke reiten und dann durch den Stadtteil Linz-Urfahr in die Ausläufer des Mühlviertels verschwinden. 1 1/2 Tage würden wir also im freien Germanien Richtung Norden reisen und dann mit der Überquerung der Donau uns in die einstige römische Provinz Noricum begeben.
Ja, genau, wo einst eine Zivilisation kühn ihre Errungenschaften bis an die südlichen Uferauen der Donau gebracht hatte, aber eben nicht weiter, wo ein römischer Staatsbürger deshalb so sorgenvoll das jenseitige Flußufer im Auge behielt, denn im Schatten der jenseitigen Wälder, dort könnte unvermutet eine Horde wilder Barbaren auftauchen und alles an Reichtum, Segen und Leben vernichten, genau da stand heute eine Brücke, über die ein jeder sorgenlos hinüberfuhr!
Niemand mehr, der vor furor teutonicus, der germanischen Raserei erzitterte! Ja, noch nicht einmal auf den Autobahnen dürfen die Österreicher mehr Gas geben!
Gut, ich gebe zu, ich habe unlängst zu viele Bücher über die Germanen und das römische Reich gelesen! Aber so reitend, vor sich Linz in friedlicher Geschäftigkeit erstreckt, da dürfen einem doch solche Quergedanken kommen, oder? Beim letzten Ritt haben wir uns auch darüber unterhalten, ob wir Reisende oder lieber Räuber sein wollten, wo's im Wiener Wald so besonders wild romantisch war!
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