
| | W. Popken im Fenster Selbstportrait 08/2004 | | | | | Verladetraining Von › Werner Popken
Das Buch dieser Woche heißt Basistraining für Pferde. Der Trainingsteil schließt ab mit dem Verladetraining. Darüber sind schon ganze Bücher geschrieben worden (Verlade-Training).
Es handelt sich um ein Problemfeld, das sehr großes Kopfzerbrechen bereiten kann. Und bei jedem jungen Pferd geht es wieder von vorne los: wie bekomme ich das Pferd in den Anhänger? Bernd Hackl formuliert sein Ziel folgendermaßen (Seite 66):
| Ziel Mein Pferd soll sich weich und leicht am Halfter in den Hänger führen oder an mir vorbei hineinschicken lassen! | | |
Dieses Ziel diskutiert der Autor in Bezug auf ein schwieriges Pferd - klar, denn sonst bräuchte der Leser ja keine Hilfe. Wer das Ziel trotz größter Schwierigkeiten erreichen kann, wird mit weniger problematischen Pferden selbstverständlich ebenfalls zum Ziel kommen.
Die wichtigste Vorbedingung ist: Zeit. Genauer gesagt: viel Zeit, ganz viel Zeit. Dann nimmt sich Bernd Hackl nicht vor, das Pferd im ersten Anlauf in den Hänger zu bringen. Er will unter allen Umständen einen Kampf vermeiden, weil er diesem Kampf verlieren wird.
| | Ihr Ziel ist es, ein verladefreudiges Pferd zu bekommen, und nicht eines, das nur noch mit größten Mühen - wenn überhaupt - in einen Hänger zu bringen ist. Wichtig ist zunächst nur, daß Ihr Pferd sich am und um den Hänger herum wohlfühlt und Sie es nicht mit einem schlechten Eindruck zurück in seinen Stall bringen müssen. | | |
Dieses Ziel erreicht er, indem er sich in der Nähe des Anhängers aufhält und mit dem Pferd in einigem Abstand Übungen macht, die anstrengend sind, und Pausen am Hänger verbringt, wo das Pferd sich erholen kann.
Die Absicht ist, den Aufenthalt am Hänger angenehm zu gestalten, die Entfernung von diesem Objekt aber eher unangenehm. Das Pferd darf und soll sich den Anhänger genau anschauen, sich aber nicht mit anderen Dingen beschäftigen und den Hänger links liegenlassen. In diesem Fall greift Bernd Hackl sofort ein und sorgt dafür, daß der Anhänger wieder im Mittelpunkt des Interesses steht.
Das Pferd soll sich intensiv mit diesem Objekt beschäftigen und die Angst davor verlieren. Bernd Hackl vermeidet jede Situation, die ihn von seinem Ziel abbringt; er weiß, daß Geduld und Zeit ihn an sein Ziel bringen werden.
| | Bei nervösen Pferden sitze ich auch schon mal 15 Minuten auf der Rampe. Atmen Sie dann tief und kräftig durch, glauben Sie mir, es hilft! Pferde reagieren unglaublich auf Spannungen, und wenn schon der Herdenführer nervös und verspannt ist - na, was soll dann draus werden. Übrigens kann ich dazu die Rescue-Tropfen aus der Bachblütentherapie empfehlen. Haben Sie ein besonders nervöses Pferd, so geben Sie ihm diese Notfalltropfen. Eventuell sollten Sie auch gleich ein paar Tropfen mit einnehmen - schaden tut es nicht! Meine Erfahrung ist, daß ein Großteil der Verladeprobleme vom Besitzer - oder der entsprechenden Person - ausgelöst wird und nicht vom Pferd. | | |
Dann tastet sich Bernd Hackl langsam an den Anhänger heran und in den Anhänger hinein. Wenn das Pferd dann im Anhänger steht, wäre es ein großer Fehler, die Klappe zuzumachen und loszufahren. Jetzt fängt die eigentliche Arbeit erst an. Wir erinnern uns: Das Pferd soll sich mit minimalen Hilfen beliebig im Anhänger vorwärts und rückwärts bewegen lassen.
In dieser Situation empfiehlt der Autor, vorne einen Heusack anzubieten. Von Karotten, Kraftfutter und Leckerlis hält er nichts; er will keine Belohnung geben, sondern dem Pferd lediglich ermöglichen, sich im Anhänger wohlzufühlen.
Zum Schluß spricht er kurz die Möglichkeit an, einen Anhänger auf der Weide zu deponieren und als Futterstation zu verwenden, um die Pferde daran zu gewöhnen. In diesem Fall sollte die Zwischenwand herausgenommen werden.
Diese Methode ist zweifelsfrei diejenige mit einem Minimum an Streß und Aufwand. Er gibt jedoch zu bedenken, daß der Anhänger bei dieser Methode sehr leiden könnte, da Pferde auch gern spielen.
Wohl wahr. Wir hatten einmal die Kutsche auf der Weide deponiert und unter einer Plane versteckt. Eines Tages haben die Fohlen an der Plane herumgespielt... Das Ergebnis sah nach Vandalismus aus. Die Fohlen waren bei ihrem Zerstörungswerk beobachtet worden; sonst hätte man die bösen Mitmenschen verdächtigt.
Nehmen wir einmal an, Sie haben alles das schon hinter sich und Ihr Pferd geht problemlos in den Anhänger. Mein Tip für diese Woche ist der Merkkasten, der das Kapitel Verladetraining im Buch von Bernd Hackl abschließt (Seite 71):
| Wichtig Es kann auch nicht schaden, ein Verladetraining ab und zu in die tägliche Arbeit einzubauen. Wenn ich mal längere Zeit nicht unterwegs war mit meinem Pferd, kann ich nicht unbedingt verlangen, daß es innerhalb von Sekunden in den Hänger geht. So fair sollte ich meinen vierbeinigen Partner gegenüber schon sein! | | |
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