Die Doma India besteht nicht so sehr in einer ausgearbeiteten methodisch-didaktischen Anweisung, wie es etwa das weltweit bekannte PNH Pat Parellis auszeichnet. Sie drückt sich eher in einigen wenigen Prämissen aus, denen "der gesunde Menschenverstand" "el sentido común" kreativ Leben einhauchen darf.
Die präzisen Kenntnisse kommen erst an zweiter Stelle. Dies spricht Oscar in vielerlei Sentenzen immer wieder prägnant aus: "Wenn du nicht die entsprechende Haltung zum Zähmen hast, wird es dir viel schwerer fallen als einem anderen, der die Haltung und weniger Kenntniss hat." "Si no tenés actitud de doma te va a costar mucho más que a otro que tenga actitud y que tenga menos conocimiento."
Laut Oscar braucht es neben der richtigen Haltung lediglich zwei Grundeinsichten, um mit dem Pferd "tausend Stunden zu arbeiten": "Grundsätzlich musst du wissen, dass das Pferd furchtsam und kitzlig ist. Mit diesen beiden Bestandteilen kannst du schon tausend Stunden mit ihm arbeiten. Denn, wenn ein Pferd dir vertraut und nicht kitzlig ist - das genügt schon - machst du was auch immer mit ihm. Wichtig ist nur, dass es die Angst verliert und dir vertraut. Und dass es für dich keine unvorhersehbaren Reaktionen zeigt. Die Zeit, die du mit ihm verbracht hast, verschafft dir dieses psychologische Wissen seiner Reaktionen." "Fundamentalmente tenés que saber que el caballo es temeroso y es cosquilloso. Con estos dos elementos tenés mil horas para trabajar con el. Porque si un caballo confía en vos y no tiene cosquillas - listo - hacés cualquier cosa. Importante que pierda el miedo y confíe en vos. Y que no tenga reacciones imprevisibles para vos. El tiempo que vos habías estado con el te da un conocimiento psicológico de sus reacciones."
Und an anderer Stelle äußert er: "Ich glaube, zähmen heißt anleiten. Um es auszubilden, muss man die Natur des Pferdes berücksichtigen und wissen, dass es Angst vor uns hat, dass es berührungsempfindlich ist, dass eine seiner Verteidigungsstrategien die Flucht ist, dass es einen bedeutenden Geruchssinn hat, ein scharfes Gehör, ein sehr gutes Sehvermögen, was es ihm gestattet, unsere Haltungen als Jäger zu lesen. Normalerweise interpretiert man die heftigen Reaktionen des Pferdes als aggressive, gegen den Zähmer gerichtete Handlungen. Dies zeigt, dass wir von seiner Natur keine Ahnung haben." "Creo que domar es enseñar. Para enseñar se debe tener en cuenta la naturaleza del caballo y saber que nos tiene miedo, que es cosquilloso, que una de sus defensas es escapar, que tiene gran olfato, agudo oído, muy buena vista que le permite leer nuestras actitudes de cazador. En general se interpretan las reacciones violentas del caballo como actos agresivos contra el domador. Eso quiere decir que desconocemos su naturaleza."
Überhaupt will sich Oscar nicht so einfach systematisieren lassen. Wolle er einem einzelnen Pferd gerecht werden, müsste er über seine Erfahrungen mit ihm jeweils 5000 Seiten schreiben ... Und so spricht er vom gegenwärtigen Menschen als einem Lebewesen, das in engen Schemata gefangen sei. Deshalb beantworte er z.B. auch keine Anfragen im Internet und meide es, geregelte Handlungsanweisungen zu geben; er hält das schlicht für "unseriös" ("poco serio"): "Im allgemeinen hat der Mensch ziemlich feste Verhaltensschemata, und es sind eben Schemata und Schemata sind Grenzen und du bewegst dich immer innerhalb dieser Grenzen. Man muss den gesunden Menschenverstand gebrauchen und in dieser Hinsicht erfinderisch sein." "El hombre en general tiene esquemas bastante rígidos de comportamiento, y son esquemas y los esquemas son límites y te mandás por estos límites siempre. Hay que aplicar el sentido común, hay que innovar en este aspecto."
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