 |  | |  | | Da staunt der Schimmelreiter |  |  |  |
|  |  | |  | | Hier kennt jemand den Fotografen |  |  |  |
| | Außer einem etwas längeren Bremsweg hatte meine Frau keine Problem mit ihm auf der Jagd. Es mag allerdings sein, dass einige andere Jagdreiter Probleme mit Rübe hatten.
Ein Schleswiger ist eben ein Schleswiger. Gutmütig, ehrlich, herdenbezogen - aber auch völlig distanzlos und hemmungslos. Das ließ das liebe Tierchen dann wohl einige Male an den Stopps zwischen den Lines im versammelten Galopp in die Mitte bereits stehender Pferde toben.
Die anderen Pferde freuten sich scheinbar nicht so sehr über die Nähe des neuen Kumpels und stoben daher meist - zum völligen Unverständnis von Rübe - mehr oder weniger wild auseinander, so dass Rübe allein in der Mitte stehen blieb, wie ein gemiedenes Kind auf dem Schulhof.
Aber Jagdreiter wollen Spaß haben und sind nicht nachtragend. So wollte ich dann am Sonntag auch meinen Spaß haben - zumindest im nicht-springenden Feld.
Am jagdfreien Samstag machte ich daher schon mal einen jagdlichen Ausritt mit den Mastern Schiller und Seismann. Zwischendurch wollten sich die beiden Master von den übrigen Reitern trennen, um ein paar Sprünge im Wald mitnehmen. Als die beiden Master in den Wald abgaloppierten, spürte ich, wie mein Pferd gezogen wurde. Und ich ließ ihn.
Also: Hinterher mit Gebrüll! Der erste feste Sprung wurde genommen. Ein toller Erfolg. Der zweite Sprung wurde verweigert. Allerdings blieb ich oben und wertete auch dies als Erfolg. Ich hatte bereits nach einigen hundert Metern zwei Erfolge und viel Spaß gehabt. Horrido!
So sollte es sein. Nun umzukehren war Rübe nicht klar zu machen. Also schossen wir um den Sprung herum und nahmen die Verfolgung der Master auf. Um den Abstand aufzuholen, zog Rübe mächtig auf den nächsten Sprung an. Der Umstand, dass er auch diesen Sprung wieder verweigerte, war weniger schlimm, da ich auch hier wieder auf dem Pferd blieb. Schlimmer war sein kurzer Blick zu mir, der wohl sagen sollte: "Chef, halt Dich fest, die kriegen wir noch".
Mein lieber kleiner Schleswiger hätte mit dem nun folgenden Galoppstart und seinem Slalom zwischen den Bäumen hindurch jedem Westernpferd alle Ehre gemacht. Ich dagegen hatte allerdings nach ein paar Metern die Ehre, mit einem größeren Baum Bekanntschaft zu machen, an dem Rübe mit Millimeterabstand vorbeizischte, um ein paar Zehntelsekunden herauszuholen.
Ich weiß nicht was die ca. einhundert Vögel im Baum bei meinem Aufprall gedacht haben? Ich dachte nur Sch... Nachdem ich irgendwann wieder stand, konnte ich meinem (un)treuen Tier zuschauen, wie er die Master einholte und gemächlich hinter ihnen her trabte.
Danach beschloss Rübe, die Jagd abzubrechen und allein zu seiner Mama nach Hause zu laufen, was er auch zielsicher tat. Es soll nur der Form halber erwähnt werden, dass ich die Jagd am Sonntag aufgrund kleinerer Verletzungen nicht mitgeritten bin.
Dies soll Sie aber nun nicht abschrecken. Zweifellos macht es keinen Sinn, Mastern eines 1. Feldes als unerfahrener Jagdreiter mit einem Vierjährigen folgen zu wollen. Die Petersfelder Herbstjagd bietet neben dem 1. Feld bekanntlich auch das harmlosere 2. Feld und das grundsätzlich nicht-spingende 3. Feld, in dem auch schon geübte Kinder mitreiten können.
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