|  | | Isländer im Tölt auf der Ovalbahn |  |  |  |
| Mein Pferdchen machte ganz putzige kleine Schritte. Und so viele in der Minute. Ausserdem schienen die Isländer allesamt (bis auf sehr wenige Ausnahmen) einen ungeheuren Bewegungsdrang zu haben. Sie schritten sehr zügig und fleißig; es schien mir, als hätten sie wirklich Spaß am Laufen. Mein eigenes Pferd hat es oft nicht besonders eilig und schlendert im Schritt eher so vor sich hin.
Ich erinnerte mich an die Zeit mit den Ponies (siehe Idylle in Ostwestfalen). Als wir dann eigene Pferde bekamen, war das dieselbe Umstellung, nur umgekehrt. Das Pony meiner Schwester macht auch viel kleinere Schritte als mein Westfale. Alles ganz natürlich, wenn man darüber nachdenkt. Die Größe des Pferdes entspricht der Größe der Schritte. Gilt das auch umgekehrt? Je kleiner desto fleißiger? Wenn Pit so ausschreiten würde wie die Isländer - nicht auszudenken!
Und dann töltete ich! Unbeschreiblich! Ich kann mir vorstellen, dass man in dieser Gangart tagelang unterwegs sein kann. Trotz (oder gerade wegen) der vielen schnellen Schritte saß ich unheimlich bequem, als würde ich über der Erde dahinschweben. Mehr davon! Unser Hufschmied hatte uns ja gewarnt. Jetzt verstand ich, was er meinte. Tina spielte sogar mit dem Gedanken, sich einen Isländer zu kaufen, aber leider ist daraus nichts geworden.
Auf dem Sonnenhof lebt auch eine Seniorenherde; Pferde, die nicht mehr zum Reiten eingesetzt werden können und einfach nur noch ihr Gnadenbrot erhalten. Zwei Wallache dieser Herde spielten eine besondere Rolle. Sie waren (ich kann mich leider nicht mehr an das genaue Alter erinnern) schon sehr alt, über zwanzig, vielleicht auch über dreißig Jahre.
Einmal täglich bekamen sie mitten auf dem Hof ihre Extraration Futter und durften dann auf den Rasenflächen frei grasen. Frei laufende Pferde sind meiner Meinung nach immer der wundervollste Anblick, den man bekommen kann. Die Beiden kamen auch gar nicht auf die Idee, das Hofgelände zu verlassen. Sie liefen herum wie die Hunde.
Denn auch die beiden Hunde bewegten sich den ganzen Tag lang so, wie es ihnen in den Sinn kam. Einen der Hunde beobachtete ich einmal dabei, wie er zum See hinunter lief, ein kleines Bad nahm, sich dann wieder zum Hof hinauf begab und auf einem der Tische sonnte. Idyllisch! So möchte Hund leben (denke ich zumindest).
Tagsüber wurden die Pensionspferde auf die Weiden gebracht. Auch diese Aktionen waren ein einmaliger Anblick. Sie wurden mit dem Quad, einem Motorrad mit vier Rädern, über spezielle Treibwege zu den verschiedenen Weiden getrieben. Fast wie in der freien Natur, wenn man einmal davon absieht, dass nicht der Leithengst hinter der Herde her lief.
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