
| | W. Popken im Fenster Selbstportrait 08/2004 | | | | | Hufschmied Von › Werner Popken
In dieser Woche habe ich das Buch (Hufkurs für Reiter) besprochen und gelobt. Die ständige Rückbesinnung auf die alltäglichen Probleme mit einleuchtenden Lösungsvorschlägen machen immer wieder deutlich, daß der Autor selbstkritisch genug ist, sich den Schwierigkeiten zu stellen und hartnäckig genug, sich zu einer wirklichen Lösung durchzubeißen.
Die meisten Pferdebesitzer werden aber nicht ihr eigener Hufschmied werden wollen und auch nicht werden können. Sie werden also ihr Leben lang mit einem Hufschmied zusammenarbeiten müssen. Wenn man sich nun anhand des Buches kundig macht, wird man die Fehler des Hufschmieds besser erkennen können - man wird also entweder den Hufschmied belehren oder aber einen anderen antesten müssen.
Um die Hufschmiede vom Typ her einschätzen zu können, erzählt Armin Kasper eine kleine Geschichte (Seite 125):
| Die Parabel von den drei Steinmetzen Drei Steinmetze sitzen an einer mittelalterlichen Großbaustelle und bearbeiten einen Stein. "Was macht ihr da?" fragt ein Passant. "Ich verdiene mein täglich Brot", antwortet der erste. "Ich behaue einen Stein", antwortet der zweite. "Ich baue mit an einem Dom!" antwortet der dritte. | | |
Sollte Ihr Hufschmied in die erste Kategorie fallen, rät der Autor, sofort auf seine Hilfe zu verzichten. Schmiede der zweiten Kategorie sind am häufigsten, werden aber vom Autor als "Eisenmänner" eingestuft, die ihre Aufgabe darin sehen, ein Stück geschmiedetes Eisen auf einem Stück Horn zu befestigen. Diese "Künstler auf dem Amboß" sind dem Autor nicht genug - wie schon die Parabel deutlich macht.
Der Hufschmied sollte das gesamte Pferd sehen, sich fortbilden, eine Fülle von Maßnahmen zur Verfügung haben, die alle Ihrem Pferd dienen. Von dieser Sorte gibt es offenbar nur wenige, viel zu wenige. Es scheint selten zu sein, daß ein Hufschmied selber Pferde hält, reitet oder fährt, daß er etwas von Pferden versteht. Das ist merkwürdig.
Ich glaube, daß die Pferdehalter diese Situation beeinflussen können. Wenn die Besitzer mehr davon verstehen und ihre Ansprüche den Hufschmieden gegenüber artikulieren, wird sich die Dynamik des Marktes verändern. Eine Nachfrage produziert auch ein entsprechendes Angebot.
Mein Tipp für diese Woche: fragen Sie sich, zu welcher Kategorie Ihr Hufschmied gehört. Wenn er nicht der dritten angehört: denken Sie darüber nach, wie Sie einen Hufschmied der gewünschten Qualität bekommen können. Das ist die Voraussetzung dafür, daß sie ihn finden.
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