 |  | | Die beiden Schwestern mit ihren Pferden... |  |  |  |
| Vielleicht liegt das auch daran, daß er ein hochgezüchtetes Tier ist. Bei einigen Anlässen kann er sich maßlos aufregen, wie etwa, als wir an einer Weide mit Jungbullen vorbeireiten wollten. Smoky lief souverän vorne weg. Pit beäugte die zwei Tiere, die in etwa einem Kilometer Entfernung auf ihrer Weide standen, äusserst misstrauisch.
Er blieb stehen und ich fühlte, wie sein Herz auf besagte Art und Weise zu schlagen begann. Daraufhin entschloss ich mich, abzusitzen und ihn an der Weide vorbei zu führen. Wenn nicht nur Smoky sondern auch ich gelassen vor ihm her liefen - so dachte ich -, würde er erkennen, dass ihm keine Gefahr drohte und uns einfach folgen.
Nun wurden auch die Jungbullen auf uns aufmerksam. Erst schauten sie nur interesssiert. Dann jedoch stürmten sie plötzlich los, geradewegs auf uns zu. Ich habe selten Bulllen in solcher Bewegung gesehen. Normalerweise scheinen sie eher träge zu fressen, als sich für andere Lebewesen zu interessieren.
Smoky blieb ganz ruhig und gefasst. Pit hingegen geriet nun vollends in Panik. Er sprang seitlich in die Büsche, machte eine Kehrtwendung auf der Hinterhand und raste in die entgegengesetzte Richtung davon. Natürlich konnte ich ihn nicht halten (wäre ich nicht abgestiegen, hätte ich wahrscheinlich eine bessere Chance gehabt).
Nach einigen Schrecksekunden lief ich sofort hinter ihm her. Er lief nicht weit, nur ca. einen Kilometer. Ohne seine Herde (damit meine ich hauptsächlich Smoky; soviel kann ich mir auf meine Beziehung zu ihm leider nicht einbilden) wollte er ja eigentlich auf keinen Fall in der großen bösen Welt unterwegs sein.
Er schien hoch erfreut, mich wiederzusehen und kam direkt zu mir gelaufen. Seither traut er auch Kühen nicht über den Weg. Der Arme hat eine traumatische Erfahrung gemacht.
Die Atmosphäre im Stall veränderte sich immer mehr ins Negative. Leevke und ich wurden von den beiden anderen Frauen arg gerügt, wenn wir die Pferde nach dem Reiten oder im Dunkeln noch auf die Weide liessen (vor allem bei kalten Temperaturen und ohne Decke).
Auch mit der Zeitaufteilung, wer wann den Reitplatz oder die Weide nutzen durfte, gab es arge Probleme. Die Pferde gemeinsam auf die Weide zu schicken, kam natürlich nicht in Frage (sie könnten sich ja gegenseitig verletzen). Wir fühlten uns immer unwohler und zunehmend unter Druck gesetzt.
Ich machte die ganze Situation natürlich nicht besser, indem ich für lange Zeit so gut wie gar nicht mehr mit einer der Beiden sprach, anstatt eine Auseinandersetzung mit eventuell folgender Klärung zu riskieren.
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