
| | W. Popken im Fenster Selbstportrait 08/2004 | | | | | Meine Meinung zu dem Buch: von › Werner Popken
In unserer Bibliothek befindet sich eine Reihe von Büchern dieses Kalibers. Aus dieser Tatsache allein entnehme ich, daß man von dieser Art Bücher gar nicht genug haben kann.
Schon lange hatte ich vor, ein solches zu besprechen, und heute lief mir das Buch vom Ravensburger Buchverlag über den Weg. Verantwortlich zeichnen zwei Autorinnen, die dem Namen nach aus dem Ausland stammen könnten. Der englische Markt zeichnet sich durch solche Bücher aus, und deutsche Verlage bringen gerne Übersetzungen heraus. Ich erinnere mich, daß einige unserer Bücher solche Übersetzungen aus dem Englischen sind. In diesem Fall scheint es sich aber um eine Originalausgabe zu handeln.
Patricia Mennen ist für den Text verantwortlich, Milada Krautmann für die Illustrationen, die Redaktion hatte Katharina Ebinger. Der Umschlag verwendet ein Aquarell der Illustratorin. Man sieht sofort: die Qualität kann sich sehen lassen. Es freut mich, daß es auch in Deutschland Illustratoren gibt, die so etwas können.
Desto verwunderlicher, daß die Autorinnen nur innen genannt werden; von außen ist nur der Verlag, der Titel und die Reihe erkennbar. Das ist wohl der Preis dafür, daß man für eine Reihe arbeitet. Die Reihe wird vom Verlag festgelegt, der Verlag sucht sich dann die Autoren, die die Vorgaben zu erfüllen haben. So stelle ich mir die Sache jedenfalls vor. Vielleicht werden die Autorinnen auch mit einem Festbetrag honoriert, so daß die gesamte Verantwortung im Grunde beim Verlag liegt.
Wie sich herausstellt, arbeiten die beiden im Team und bestreiten die ganze Reihe oder zumindest einen Großteil davon: Amazon listet "Bei der Feuerwehr", "Indianer", "Unser Körper", "Unserer Haustiere", "Auf einer Ritterburg", "Mein Fahrrad" und eben das vorliegende Buch. Tja, so wird das wohl gemacht, mehr oder weniger am Fließband.
Im Gegensatz zu den anderen mir bekannten Büchern, die die Grundlagen zum Thema Pferd legen wollen, zieht sich hier eine kurze Geschichte durch das ganze Buch. Sie nimmt etwa eine halbe Seite ein; die linke Seite zeigt meistens ein großformatiges Bild mit kurzen Erläuterungen, rechts die kleine Geschichte, umrankt von weiteren kleinen Bildern mit zusätzlichen Informationen.
Die Geschichte bezieht sich immer auf das große Bild; und schon bei der ersten muß ich die Augenbrauen runzeln: im Text füttert Nina Möhren, im Bild Apfelschnitze. Darunter steht: "Füttere ein Pferd immer mit der flachen Hand." Im Text sagt Julia, der das Pferd gehört: "Wenn du willst, zeige ich dir, wie du die Möhren am besten füttern kannst". Muß so etwas sein?
Die Zeichnungen sind sehr liebevoll ausgeführt, es macht Spaß, darauf herumzugucken. Die beiden Mädchen haben offensichtlich Freude an der Sache. Die Informationen sind sachlich und korrekt. Pferdebegeisterte junge Mädchen und Leseanfänger werden das Buch mögen. Mir gefällt es sehr gut.
Amazon führt dieses Buch nicht mehr, meine Buchhandlung hatte es noch auf Lager.
erschienen 29.12.02
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