 |  | | Springprüfung, Kleines Reitabzeichen, Leevke |  |  |  | Da gab es einmal die Organisatoren, also die Machtinhaber, die oft selbst gar nichts mehr mit der aktiven Sportausübung zu tun hatten. Sie sind unschwer zu erkennen an ihrer auffällig deplazierten Kleidung und ihrem aufdringlich selbstbewußten Gebaren. Meist tun sie ihre Meinung zu allem lautstark kund. Oft umgibt sie auch eine Schar Untergebener.
Nun folgen die Turnierreiter. Sie tragen saubere, teure Reitkleidung. Vom blank gewienerten Lederstiefel über Ganzleder-Reithosen in der jeweils zu ihrer Oberbekleidung passenden Farbe bis hin zur gepflegten Frisur machen sie nicht den Eindruck, als würden sie sich mit den schmutzigen Pferden beschäftigen.
Aber das tun sie ja auch gar nicht. Die Boxen und die Stallgasse wurden täglich von der Pferdepflegerin gereinigt und die Tiere hatten nicht viel Gelegenheit, sich dreckig zu machen.
Eine Sprosse tiefer stehen die Privatpferde-Besitzer, die ihr Pferd zwar in einem ordentlichen Verein untergebracht haben, jedoch nicht ehrgeizig oder gut genug sind, sich auf Turnieren zu beweisen.
Die Reitschüler nehmen natürlich den untersten Rang ein. Aber auch hier gibt es Abstufungen. Dabei geht es nach der Zeit, die man schon Mitglied im Reitverein ist, dem Alter, der Qualität der Ausstattung (ob man zum Beispiel Lederstiefel trägt wie die Turnierreiter oder nur Gummireitstiefel), dem reiterlichen Können und (nicht zu vergessen) der Fähigkeit, sich in die bestehenden sozialen Strukturen einzufügen.
Wir sind in den zwei Jahren, die wir dort Unterricht bekamen, nicht sehr hoch gestiegen.
Auch hier ritten wir einmal in der Woche in der Halle. Ich kann mich an zwei Gelegenheiten erinnern, zu denen wir draußen auf dem Sandplatz unterrichtet wurden. Beide Male waren die Pferde so aufgekratzt und vergleichsweise unkontrolliert, daß der Reitlehrer schnell wieder davon Abstand nahm.
Die Stunden verliefen eigentlich immer gleich. Nachdem der Reitlehrer die Pferde verteilt hatte (wir ritten fast jedes Mal ein anderes), mußten wir diese ausgiebig putzen.
Dann mußten wir satteln und trensen, eventuell Martingal, Stoßzügel, Ausbinder oder sonstige Hilfsmittel befestigen und durften schließlich in einer geordneten Reihenfolge (beim Betreten der Halle "Bahn frei!" nicht vergessen!) die Pferde auf der Mittellinie aufstellen.
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