 |  | | Springprüfung, Kleines Reitabzeichen, Merle |  |  |  | Dort gurteten wir nach und saßen auf. Die ersten paar Minuten konnte jeder im Schritt einige Bahnfiguren reiten, dann wurde eine Abteilung gebildet.
Die ganze Abteilung ritt nun eine ständig variierende Aneinanderreihung von Bahnfiguren in den unterschiedlichen Gangarten. Ab und zu durfte auch jeder einzeln galoppieren.
Dazu mußte die Abteilung anhalten und der jeweils Erste der Gruppe durfte anreiten, an einem vom Reitlehrer bestimmten Punkt antraben und angaloppieren und sich dann wieder der Gruppe anschließen.
Die Pferde klebten so sehr an ihren Artgenossen, daß wir meistens nur eine Runde galoppieren konnten, da sie nicht an der Abteilung vorbei liefen, sondern sich selbständig wieder hinten anschlossen.
Die Pferde nahmen den Reitschülern überhaupt vieles ab. Sie kannten den Ablauf einer Stunde, und solange sie nicht am Anfang der Abteilung liefen, trotteten sie einfach hinter den anderen her.
Die letzten Minuten ritten wir im Schritt am langen Zügel, damit das Pferd den Hals strecken und der Schweiß trocknen konnte.
Im Laufe der Zeit änderte sich diese Struktur ein wenig. Wir durften immer mehr auch einzeln durch die Halle reiten und der Reitlehrer korrigierte uns beim Seitwärts- oder Rückwärtsrichten, beim Schenkelweichen oder der Vorhandwendung.
Manchmal baute er sogar Hindernisse auf und wir übten das Springen. Wir durften nun auch andere Pferde reiten. Auch bei den Tieren einer Reitschule gibt es nämlich eine Hierarchie.
Die Sanftesten werden immer von den Anfängern geritten und sind natürlich nach kurzer Zeit abgestumpft. So stören sie sich nicht daran, wenn der Reiter ihnen die falschen Hilfen gibt (vielleicht sollte man die Tiere mal nach diesem Thema befragen).
Je besser man reiten kann, um so besser ist auch das Pferd, auf dem man reiten darf (das heißt, es reagiert feinfühliger auf die Hilfen des Reiters).
Die Tiere, die sich noch ein bißchen Eigensinn und Temperament bewahrt hatten, wurden nur von den Fortgeschrittenen geritten. Der Reitverein mußte natürlich auch dafür Sorge tragen, daß die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls möglichst gering gehalten wurde.
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