Der Verlag sagt über das Buch:Wer an wilde Pferde denkt, sucht nicht zuerst in Westfalen. Aber gerade dort lebten Pferde einst frei. Der Mensch griff in ihr Leben nur ein, um die Zucht zu beeinflussen oder z.B. für den Marstall geeignete Reit- und Wagenpferde herauszufangen. Robust, gesund und trittsicher, waren die wild aufgewachsenen Pferde nah und fern gefragt. Napoleons Schwager Murat zog mit Emscherbrücher Wildpferden nach Spanien. Viele besuchen den Wildpferdefang am letzten Maiwochenende in Dülmen. Aber wer erinnert sich an die Emscherbrücher, Davertnickel und die Pferde des Duisburger Waldes? "Schnaubte es da nicht laut und wild? Die freien Sennerpferde waren es, wohl dreißig, die da, ledig von Zaum und Eisen, nackt und ungeschirrt über die Trift zogen, die Nasen im Wind wie Wild... und ein Gewieher erklang, so frei, so stark wie nie ein Ross gewiehert." So schildert Hermann Löns noch Anfang des 20. Jahrhunderts seine Begegnung mit den Sennerpferden. Neuerdings wird die gefährdete Rasse vom Westfälischen Freilichtmuseum gezüchtet. Seit 1160 leben diese Pferde in der Senne und wurden jahrhundertelang von der lippischen Herrscherfamilie gefördert und genutzt. Pressemitteilung des Museums zum Buch Ferienlektüre aus dem Freilichtmuseum: Geschichten über Westfalens Wilde Pferde Detmold (lwl). Ausstellungsbesucher im Westfälischen Freilichtmuseum Detmold konnten sie schon kennenlernen, die wilden Einwohner Westfalens bei der Sonderausstellung "...so frei, so stark...Westfalens Wilde Pferde" im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Jetzt bietet das Museum auch für Freunde des Lesens Ferienlektüre rund ums wilde Pferd: Unter dem gleichnamigen Titel "...so frei, so stark...Westfalens Wilde Pferde" ist im Klartext-Verlag ein Buch erschienen, das mit über 270 Seiten und zahlreichen Farbabbildungen im Großformat vorgelegt wurde. Dr. Cordula Marx und Agnes Sternschulte sind nicht nur engagierte Wissenschaftlerinnen, die mit vielseitigen Kontakten die einzelnen Artikel des Bandes zusammenführen konnten, sondern besitzen selbst Pferde: Eine Tatsache, die zur Begeisterung für das Thema beigetragen hat. Das Buch bietet viel mehr, als nur die Geschichte des Sennergestütes – die Sennerpferde sind seit dem Mittelalter für die Senne belegt - zum Beispiel gibt es die Antwort auf die Frage "Was ist eigentlich ein Davertnickel? Oder ein Emscherbrücher 'Dickkopp'"? Außerdem schildert es das Leben der freien Pferde in Westfalen früher: Der Mensch griff in ihr Dasein in der Natur nur ein, um die Zucht zu beeinflussen und Reit- oder Wagenpferde herauszufangen. Sogar ein Cousin Napoleons hatte Emscherbrücher Wildpferde dabei , als er nach Spanien zog. "Unser Anliegen ist es, dieses auf 'Mustangs' reduzierte Image der wilden Pferde geradezurücken und besonders mit dem Buch zu vermitteln, wie sehr die Tiere in die uns umgebende Landschaft gehören", so Agnes Sternschulte, Landschaftsökologin des LWL-Museums und Mitherausgeberin des Pferdebuches. Dr. Jan Carstensen, stellvertretender Museumsleiter freute sich: "Zu unserem Anliegen, die westfälische Kulturlandschaft mit ihren typischen Erscheinungsformen zu erhalten, passt das Buch ideal: Wer weiss schon noch, das Westfalen früher 'Heimat der wilden Pferde' hieß?" Pressemitteilung des Museums zur Ausstellung Sonderausstellung "...so frei, so stark ...Westfalens Wilde Pferde" 7. Mai bis 31. Oktober 2002 Westfälisches Freilichtmuseum Detmold, Krummes Haus, 32760 Detmold Bei Wildpferden assoziiert jeder die nordamerikanischen Mustangs oder die weißen Pferde der Carmargue. Aber wer weiß schon, dass weltweit gerade noch 36 der halbwild in der Senne lebenden Sennerpferde existieren? Weitgehend unbekannt ist auch, dass Westfalen in seiner Vergangenheit überdurchschnittlich viele bekannte Wildbahngestüte hatte, es war geradezu "Heimat der wilden Pferde". Zu ihnen gehörten die Emscher-brücher Dickköppe, die Davertnickel, die Dülmener Herde des Herzogs von Croy und die Senner des lippischen Fürstenhauses – sie alle lebten in Wildbahnen. Die Sonderausstellung des Westfälischen Freilichtmuseum Detmold – Landesmuseum für Volkskunde – hat zum Ziel, das Leben dieser Pferde, in das der Mensch wenig eingriff, in Erinnerung zu rufen. Die widerstandsfähigen, in freier Natur nahezu wildlebenden Pferde erwarben einen sicheren Tritt und besaßen so hohe Bedeutung zum Beispiel für das Militär: So stattete Napoleons Schwager Murat seine Truppen vor dem Spanienfeldzug mit Emscherbrüchern aus. Aber auch als Parforcejagd-pferde, Wagenpferde für die Kutschen oder als diplomatische Geschenke verleihen sie den fürstlichen Besitzern Ansehen über die Grenzen hinaus. Eine besondere Attraktion waren früher auch die Auktionen oder Pferdemärkte. Die "Cranger Kirmes" findet sogar bis heute statt, inzwischen allerdings losgelöst vom eigentlichen Ursprung: der Versteigerung der von Pferdestrickern eingefangenen Wildpferde. Mit diesen schnellen, langlebigen, veredelten Pferden ist auch das Freilichtmuseum in be-sonderer Weise verbunden: nachdem die Senner nicht mehr das ganze Jahr auf der Waldweide verbrachten, wurde der damalige Tiergarten, ein Teil des jetzigen Museumsgeländes, für Gestüt und Weidekamp genutzt. Aber die Ausstellung ruft nicht nur Vergangenes ins Bewusstsein, sondern macht auf die Bedeutung der noch existierenden Rassen wildgehaltener Pferde als Kulturgut, als genetische Ressource, beim Einsatz in Landschaftsschutz und Landschaftspflege aufmerk-sam und spricht nicht nur Freunde des Freizeitreitens an.
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