 |  | | Arabische Reiter, Ausschnitt |  |  |  | Nun endlich wird es was mit unserem Araber-Freund. 1836 beauftragte Mehmed Ali seinen Enkel Abbas Pascha mit der Verwaltung der Gestüte.
Sein Vater und sein Onkel Ibrahim sollen bereits wertvolle arabische Pferde gesammelt haben. Abbas Pascha hat sich sehr für Abstammungen interessiert und Pedigrees aufgestellt. Oder genauer: er ließ diese Arbeiten von seinem Mamelucken El-Lallah verrichten - nanu? Ich denke, die waren alle tot?
Ja und nein vermutlich. Reste von Mamelucken sollen auf der arabischen Halbinsel unauffällig gelebt und sich allmählich mit der einheimischen Bevölkerung vermischt haben. Immerhin gab es etwa 60.000 davon, und Ali hat "nur" 300 umbringen lassen.
Weiterhin gab es aber Sklaven, und El-Lallah wird einfach ein Sklave gewesen sein, was ja ursprünglich auch die Bedeutung von Mameluck gewesen ist, im Unterschied zu den Mamelucken, den ehemaligen Sklaven, die sich zu Herrschern aufgeworfen hatten.
1842 hat Abbas Pascha dazu beigetragen, dass ein arabischer Gefangener seines Großvaters, Prinz Faisal ibn-Saud, entkommen konnte. Der wurde als Geisel gehalten, vermutlich seit dem Krieg von 1819. Der Sage nach sollen die beiden sich kennengelernt und dabei ihre Liebe zum arabischen Pferd entdeckt haben.
Sie sollen Pedigrees und Blutlinien diskutiert und Beduinen-Scheichs nach Kairo eingeladen haben, um von diesen über Zuchtlinien zu hören und diese Informationen aufzeichnen zu lassen. Dadurch soll Abbas Pascha noch bessere Möglichkeiten gehabt haben, an vorzügliche arabische Pferde zu kommen. Vor allem nach seiner Flucht soll der Prinz sich erkenntlich gezeigt haben.
So ist das, wenn man von einer Leidenschaft ergriffen ist: nichts geht über diese, und alles andere ist unwesentlich. Jemand warnte einmal vor Sammlern: die gingen über Leichen. So ein Typ muss Abbas Pascha gewesen sein.
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