 |  | | Sprung an der Hand - probieren |  |  |  | |  |  | | Alles klar - wie auf Knopfdruck |  |  |  | |  |  | | Ein Wunder, das das funktioniert |  |  |  | |  |  | | Sekunden später - erledigt |  |  |  | | | | | | Der Tag beginnt für Britta Grimberg schon um 5:40h, Füttern ist angesagt, die Hengste kommen raus auf die Weide oder auf den Paddock. Um 7:00h kommen die anderen, dann geht sie wieder ins Haus, Frühstück machen. Bis 9:00h kümmert sie sich um die Kinder und den Haushalt. Anschließend geht es wieder in die Ställe, die Pferde müssen alle raus, was aufgrund der räumlichen Bedingungen kein Problem ist: ein paar Absperrungen werden weggenommen, dann laufen die von allein. Je nach Jahreszeit stellen sich andere Aufgaben, im Sommer zum Beispiel die Blumen pflegen, Spinnweben beseitigen, und zu jeder Jahreszeit, nicht zu vergessen: saubermachen, fegen. Eine wichtige spezifische Aufgabe ist zum Beispiel die Förderung des Nachwuchses. Zuweilen gibt es Stuten, die schon zwei Jahre nicht aufgenommen haben. Da wird dann eine Follikelkontrolle vorgenommen, um den günstigsten Moment für die Befruchtung abzupassen. Meist geht das aber einfach. Britta Grimberg geht mit dem Hengst durch den Gang und schaut, welche Stute bereit ist. "Die zeigen sich dann." Jeden zweiten Tag wird gedeckt. Normalerweise wird im Sprung an der Hand befruchtet. Die künstliche Besamung ist zu arbeitsintensiv. Die Rosse dauert bei manchen Stuten zwei Tage, bei manchen zwei Wochen. Der ganze Vorgang dauert höchstens fünf Minuten. Am Ende des Tages kam ich unverhofft dazu und konnte dokumentieren. Im Bildschirmschoner kann man den Vorgang noch etwas deutlicher verfolgen. Das "Schlafzimmer" ist vor einer Halle. Die Stute wird parallel vor die Wand gestellt, durch eine Bretterwand geschützt, der Hengst herangeführt. Wenn beide Lust haben, kann es losgehen. Die Stute wird nun senkrecht vor die Bretterwand gestellt, der Führer stellt sich hinter die Wand, falls es doch unerwartet Ärger geben sollte. Der Hengst steigt auf, bewegt sich zwei oder drei Mal und fällt dann in sich zusammen, rutscht langsam herunter. Er darf sich nicht lange ausruhen oder rumschmusen, sondern wird gleich wieder weggeführt. Sehr nüchtern, ganz unromantisch. Die Helferinnen machen dabei vielleicht sogar Smalltalk. Alles Routine. Die Natur geht ihren Lauf. Das darf der Hengst dann morgens, mittags und abends bringen. Mehr ist nicht sinnvoll, weil sonst die Qualität des Samens leidet. Jede Stute kommt oft genug dran, so dass im Regelfall die Befruchtung sichergestellt ist. Fünfzehn Hengste stehen zur Zeit auf dem Gestüt, das ist eine Menge. Nicht alle Hengste gehören dem Gestüt. Manche sind auch getauscht. Dann geht eben ein Hengst aus Ströhen für eine Weile nach Polen z. B. oder gar nach Übersee, um sich dort zu bewähren, und umgekehrt. Mehrere Deckhengste stammen aus bedeutenden Staatsgestüten in Polen wie Janow Podlaski oder Michalow, mit denen das Gestüt, oder besser gesagt: Holger Ismer, enge Beziehungen pflegt. Die Anpaarung wird ad hoc bestimmt. Wenn eine Stute sich erstmals zeigt, fragt Britta den Eigentümer Holger Ismer oder seinen Sohn Mark, und die legen dann den Hengst für diese Saison fest. Die polnische Richtung wird stark gepflegt, es fließen aber auch russische und ägyptische Linien ein. Teilweise wird gezielt für den Renneinsatz gezüchtet, teilweise mehr auf Rittigkeit. Die Polen sollen die besseren Reiteigenschaften haben, großrahmiger sein, während die Ägypter häufig unter Inzucht zu leiden haben, im Fundament nicht so toll und leicht überbaut sind. In so einem Gestüt mit diesen Möglichkeiten kann man gezielt versuchen, die Natur zu korrigieren.
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