 |  | | Mitten im Nichts, aber ganz zentral |  |  |  |
| | | Für mich ist es etwa eine Stunde Fahrt. Es war schönes Wetter. Montags bis Sonntags, also täglich, sollte es um 11:00 eine Tierschule geben, aber dafür war ich bereits zu spät. Nun ja, ich ließ mich überraschen. Zumindest würde ich die "Orientalischen Impressionen" am Nachmittag sehen können. Ich wohne kurz hinter den letzten Ausläufern des Weserberglandes, hier Wiehengebirge genannt. Ein paar Kilometer westlich hatte vor fast 2000 Jahren am Nordrand des Wiehengebirges die Varusschlacht stattgefunden, die im Galeriebeitrag der letzten Woche eine Rolle spielte (Kalkriese, siehe Karte links). In Lübbecke fuhr ich über den beeindruckenden Pass und hatte vor mir die norddeutsche Tiefebene. Da leben wenige Menschen, es ist moorig und wird sandig, außer Landwirtschaft ist kaum etwas los. Hier ist Niedersachsen ganz Flächenstaat, die Ortschaften klein und langweilig. Weit und breit nichts als Landschaft. Wie kommt ein Tierpark in diese Gegend und wie kommt er zurecht? So etwas gibt es sonst nur in Ballungsgebieten, wo viele Menschen hinströmen (können). Und wie kommt ein Arabergestüt mitten ins ureigene Hannoveraner-Zuchtgebiet? Ich hatte keine Ahnung, wollte es aber wissen. Als ich ankam, war der Parkplatz oder besser: die Wiesen, die als Parkplatz dienten, schon ziemlich voll. Immer noch strömten die Leute zum Ort des Geschehens, viele Familien mit Kindern, so wie wir es einst auch einmal getan hatten. Auf der andern Seite der Straße eine große Koppel mit vielen Arabern. Ein Gestüt, ohne Zweifel. Ich habe nicht gezählt, aber so 40, 50 Pferde müssen das schon gewesen sein, durchaus beeindruckend. An der Kasse zum Tierpark stauten sich die Leute. Ich hatte bereits im Internet erfahren, dass zu beiden Seiten der Straße je ein Teil des Tierparks liegt, einmal mit den einheimischen Tieren, zum anderen mit den Exoten. Ich wollte aber zum Gestüt. Da kam mir eine Frau entgegen, die auf mich den Eindruck einer Pferdefrau machte, und ich sprach sie an. Tatsächlich, sie hatte etwas mit dem Gestüt zu tun und war gern bereit, sich um mich zu kümmern. Sie führte mich durch das Gelände, eine Fülle von Gebäuden stand da herum, wir gingen durch den Stutenstall zum Wohnhaus der Besitzer, weil sie mich mit Mark Ismer bekanntmachen wollte. Dieser drückte mir Prospekte und ein Büchlein in die Hand, das gerade im Herbst letzten Jahres erschienen war, herausgegeben von Rolf Ismer: siehe Buchbesprechung Chronik - Hof, Tierpark, Gestüt. Schnell verschaffte ich mir einen Überblick. So langsam konnte ich mir ein Bild machen.
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