
| | W. Popken im Fenster Selbstportrait 08/2004 | | | | | Totes Pferd Von › Werner Popken
Die Dakota-Indianer sollen angeblich sagen:
| Wenn du entdeckst, daß du ein totes Pferd reitest, steig ab. | Hier im Westen ist das nicht üblich. Wir sehen die Sache anders. Zum Beispiel so:
- Wir besorgen eine stärkere Peitsche.
- Wir wechseln die Reiter.
- Wir sagen: "So haben wir das Pferd doch immer geritten."
- Wir gründen einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
- Wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
- Wir erhöhen die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde.
- Wir bilden eine Task Force, um das tote Pferd wiederzubeleben.
- Wir schieben eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen.
- Wir stellen Vergleiche unterschiedlich toter Pferde an.
- Wir ändern die Kriterien, die besagen, ob ein Pferd tot ist.
- Wir kaufen Leute von außerhalb ein, um das tote Pferd zu reiten.
- Wir schirren mehrere tote Pferde zusammen an, damit sie schneller werden.
- Wir erklären: "Kein Pferd kann so tot sein, daß man es nicht noch schlagen könnte."
- Wir machen zusätzliche Mittel locker, um die Leistung des Pferdes zu erhöhen.
- Wir machen eine Studie, um zu sehen, ob es billigere Berater gibt.
- Wir kaufen etwas zu, das tote Pferde schneller laufen läßt.
- Wir erklären, daß unser Pferd "besser, schneller und billiger" tot ist.
- Wir bilden einen Qualitätszirkel, um eine Verwendung für tote Pferde zu finden.
- Wir überarbeiten die Leistungsbedingungen für Pferde.
- Wir richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.
| Das ist natürlich schwarzer Humor. Und wie immer in solchen Fällen ist ein Körnchen Wahrheit enthalten. Wie sagen die Amerikaner? "Denk' mal drüber nach!" Es lohnt sich, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen. Auch im Umgang mit Pferden. Wann ist das Pferd tot? Wie entdecke ich das? Was kann ich tun, wenn ich merke, dass das Pferd sterben will? Reite ich das Pferd zu Tode?
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