Das Ergebnis war erschreckend, aber im Nachhinein verständlich: Ilay wurde nicht gekört. Woran es gelegen hat? Viele Dinge trafen zusammen. Mangelnde Kenntnisse der Körkommission über die Standards dieser Rasse waren wohl das Ausschlaggebendste.
Wieder hatte ich viel Geld sinnlos ausgegeben und auf Fachleute gehört. Meine Vorahnung hatte wiedermal recht. Wir verluden ihn in den Pferdehänger und nach kurzem Gespräch mit meinen "Stallkolleginnen" fuhren wir nach Hause.
Kaum waren wir auf dem Hof und hatten Ilay vom Anhänger, ging das Wiehern los. Die Stuten mussten wir erst mal abtrennen, damit die Pferde sich vor Übermut nicht verletzen. Ilay tobte und man konnte seine Freude regelrecht spüren. Endlich wieder zuhause!
Nach einiger Zeit öffneten wir die Trennleinen und die Herde rannte um die Wette. Ilay hatte seine Mädels wieder! Es dauerte die halbe Nacht, bis wieder Ruhe einkehrte.
Und am nächsten Tag hatte ich meinen lieben, artigen Hengst wieder, der überglücklich war, wieder zuhause zu sein, auch wenn er von seinen Stuten ein paar geballert bekam.
Eines war aber entscheidend bei dem Körergebnis: Ilays bemängelte Gangart. Wieder wollte ich rauskriegen, was es damit auf sich hat.
Zuerst war ich in dem Glauben, das es bei einem Gebirgspferd normal ist, aber damit wollte ich mich nicht zufrieden geben. Also setzte ich alles in Bewegung, damit diese Frage eine Antwort bekam.
Unzählige Fachleute konnten mir aber keine Auskunft darüber geben, selbst Tierarzt und Rassespezialisten konnten mir dieses Problem meines Hengstes nicht erklären.
Der April kam, aber immer noch kein Fohlen, so langsam bezweifelten wir, dass in Eponas dicken Bauch ein Pferd drin sein sollte, eher zuviel Futter...
Unsere Nachforschungen über die Rasse Kabardiner nahmen sehr viel Zeit in Anspruch. Viele Gespräche mit Fachkundigen, etliche Suchen im Internet.
Ausserdem das Stutbuch V übersetzen, russisch ist nicht einfach. Nebenbei das Hotel und die Arbeit mit den Pferden zuhause.
Wir liehen uns ein paar Bücher von unserer Freundin Sonja, unter anderem ein Buch über Fohlen und ein sehr altes Vollblutbuch mit interessanten Hinweisen zu den in der Kabardinerzucht eingesetzten Vollblut-Hengsten.
Alle Erkenntnisse verwirrten uns immer mehr. Schon bald konnte keiner uns mehr Neuigkeiten erzählen. Glücklicherweise entstand ein Kontakt nach Russland mit dem dort für die Rassen zuständigen Zuchtleiter. Endlich eine Klärung der einzelnen Standards.
|