Mittlerweile waren mein Mann und meine Tochter in der Aktion "Pferde nach Hause holen" mit von der Partie. Mein Mann zäunte die Weide pferdegerecht ein. Der große Tag war da!
Wir verluden die Pferde in den Hänger und ab ging es in die Freiheit. Ganz gespannt wartend auf die Reaktion der Pferde ließen wir sie auf die Koppel.
Es war als hätte man einen Hurrikan losgelassen. Sie galoppierten wiehernd wie die Wahnsinnigen über die Koppel, machten Bocksprünge und gebärdeten sich wie die Wilden. Schon beim Zuschauen ging uns die Puste aus.
Ilay schien es gar nicht fassen zu können - so viel Gras und Platz ganz für ihn allein. Auch Medi verhielt sich so, als hätte sie in ihrem Leben noch nie so viel Gras gesehen.
Im Galopp riß sie zwischendurch gierig Gras aus und fraß dann ohne auch nur einmal innezuhalten. Dieser Anblick waren uns all die Strapazen und all die Arbeit wert. Wir waren glücklich.
Medi bekam von diesem Tag an jeden Morgen die Antibabypille, die auch wirkte. Denn trotz Ilays Deckübungen war kein Nachwuchs in Sicht.
Anfangs webte Medi und lief am Zaun immer 3 Meter hin und 3 Meter her, obwohl dort bei weitem mehr Platz war. Drei Tage lang beobachteten wir dies mit Sorge, dann hörte sie Gott sei Dank damit auf.
Ilays Husten verschwand dagegen leider nicht. Der Tierarzt, bei dem er weiterhin in Behandlung war, war der Ansicht, daß es sich hierbei um eine Allergie handeln würde. Die Frage, wogegen er allergisch war, blieb ungeklärt.
Obwohl ich meine Pferde dort weggeholt hatte, setzte ich meine Reitstunden weiter auf dem Reiterhof fort. Hierzu verluden meine Tochter und ich Ilay und Medi auf den Hänger und fuhren dorthin.
Die ersten paar Male funktionierte dieses auch einigermaßen. Zum Verladen mußten wir zwar zu Zweit sein, aber immerhin. Dann war Ilay der Meinung, daß er den Hänger trotz Absperrstange verlassen müßte, schob sich unter die Stange und stieg gleichzeitig.
Das Innenleben des Hängers fiel auf Medi, die wir gerade verladen wollten. Resultat dieser Aktion war, daß uns beide Pferde durchgingen und wir sie mit viel Mühe wieder einfangen und beruhigen mußten.
Der Hänger wurde repariert und wir wollten unser Glück noch einmal versuchen. Wir mußten feststellen, daß das gar nicht so einfach war.
Beide Pferde waren keineswegs bereit dieses Monster wieder zu betreten. Wir wußten mal wieder nicht weiter.
Obwohl unsere Reitstunden dadurch ausfielen, war man auf dem Reiterhof, nicht im entferntesten dazu bereit, uns zu helfen.
Immerhin versuchten wir nichtsdestotrotz unsere Pferde in Eigenarbeit wieder hängergängig zu machen. Nach gut und gern 3 Monaten mit Videos, Büchern und viel Übung hatten unsere Pferde endlich so weit Vertrauen gefaßt, daß wir sie verladen konnten.
Wir nahmen wieder Reitstunden. Während meine Tochter ein Schulpferd und ich Medi ritt, stand Ilay im Paddock oder in der Box. Das stieß aber mehreren Leuten wieder übel auf, da Ilay sich aufregte, weil er ja Medi nicht sehen konnte.
In der Zwischenzeit waren die Beiden nämlich ein Herz und eine Seele geworden. Auch seinen Ruf als Killer wurde er nicht los.
Zudem wurde ich weiterhin von allen Seiten dazu gedrängt, ihn endlich legen zu lassen. Ich hatte es satt! So beschloß ich dann, den Reiterhof zu wechseln. Wieder fing ich an zu suchen und mich zu informieren.
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