Auf einem dieser Ritte nach Kinsau gab es eine Episode, die ich nie vergessen werde.
Wir, also die ganze Clique und ich, gingen im Schritt an einem geteerten Wirtschaftsweg entlang und ich hatte mir angewöhnt, bei längeren Schrittphasen auf Teerstraßen abzusteigen und Bella frei neben mir herlaufen zu lassen.
Nach einer Pinkelpause bummelten wir in dieser Art also gedankenverloren hinter den anderen her, die sich bald ein Späßchen einfallen ließen: Im Galopp losreiten.
Und was machte Bella: Anstatt den anderen hinterherzulaufen, blieb sie sofort stehen und machte mir ungeduldig scharrend klar, ich möge doch bitte sofort aufsitzen.
Erst als ich oben war, sausten wir im Eiltempo hinterher und ich habe den anderen den Spaß und mir an diesem Abend eine große Freirunde Schnaps erspart.
Apropos Pinkelpause: Irgendjemand muss Bella einmal ausgelacht haben, während sie pinkelte - beim Pferd meiner Schwester war das auch so und der hat nie mehr vor anderen gestrahlt - und so ging sie oft eine Stunde lang, als hätte sie einen Amboss quer im Hintern stecken.
Ich musste mich mit ihr bestimmt ein Jahr lang immer an einen ruhigen, nicht einsehbaren Ort verziehen, damit sie sich endlich erleichterte.
In diesem Jahr hatte ich aber noch eine Lektion zu lernen. Im Frühling war es noch so, dass Bella ungeduldig und aufgeregt war, wenn ich mit Reisesattel und Satteltaschen ankam, man merkte ihr richtig an, dass sie an den Touren viel mehr Spaß hatte, als am Standard-Stall-Programm.
Dann begann ich, mich zu verrennen, soll heißen, ich fing an, uns zu hetzen. Immer mit der Uhr auf Tour und genau ausrechnen: von hier nach dort brauche ich so lang, dann müssen wir da lang und so weiter.
Eine Weile hat das funktioniert, aber dann verlor Bella die Lust. Sie ließ den Kopf hängen, wenn ich mit dem Gerödel ankam und latschte nur noch total unmotiviert durch die Gegend.
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