|  | | Braune Bäume (50% vergrößert) |  |  |  |
| |  | | Glockenturm mit Uhr, re. Eingang zum Laufstall |  |  |  |
| |  | | Über dem Torbogen: Jahreszahl 1818 |  |  |  |
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Fohlenaufzucht bei den Profis Ein Besuch in Güterstein an einem heißen Samstag von Werner Stürenburg |
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Diese Woche war extrem heiß. Ein Ende des trockenen Wetters ist nicht abzusehen. Einzelne Bäume oberhalb des Gestütshofs Güterstein am Rande der Schwäbischen Alb färben sich schon braun.
Das Licht ist so stark, daß die Digitalkamera die Feinheiten im Schotterweg nicht mehr fassen kann - der ist einfach nur noch weiß. Die weitläufigen Weiden rechts und links des Weges sind leer. Pferde sind nirgendwo zu sehen.
Der Bachlauf, der durch den Wasserfall oberhalb des Gestütsgebäudes gespeist wird, schlängelt sich durch die Wiesen und kreuzt die Straße, so daß beide Seiten etwas davon haben. Um Wasser braucht man sich hier also nicht zu sorgen.
Der Weg steigt leicht an, die Berge rechts und links rücken immer näher heran. Sehr viel weiter kann es nicht mehr gehen, denn die nahezu senkrechte Wand der Schwäbischen Alb ist ganz klar gegenwärtig. Teilweise sieht man am Albaufstieg die nackten Kalkfelsen, die aus dem dichten Wald herausschauen.
Von weitem schon erblickt man das wunderschöne Gestütsgebäude mit dem Glockenturm über der Einfahrt. Die Glocken sind mit der Uhr verbunden und läuten alle Viertelstunde. Der Weg führt durch das große Tor über den weitläufigen Innenhof in den Wald hinein. Dahinter erhebt sich die Alb.
Das Gestütsgebäude stammt in seiner jetzigen Form aus dem Jahre 1818. Damals entschied der regierende König Wilhelm I. von Württemberg, die Fohlen aus Bad Urach wieder in das abgelegene Tal zu bringen.
Wieder, weil bereits 1554 die damaligen Gebäude von Herzog Christoph in einen Fohlenstall umgebaut worden waren. Zwanzig Jahre hatte Herzog Ulrich im Zuge der Reformation das Kloster, das am Wasserfall erbaut worden war, aufgehoben. Sein Sohn Christoph ließ das baufällige Kloster mit zwei Kirchen abbrechen. Heute existieren nur noch einige Grundmauern rund um den Wasserfall.
Der Gestütshof war ursprünglich der Wirtschaftshof des Klosters. Während des 30jährigen Krieges brannten die Gebäude vollständig ab. 1674 bis 1676 baute Herzog Wilhelm Ludwig alles wieder auf.
1770 entschied Herzog Karl Eugen, daß es im Gütersteiner Tal für die Pferde zu kalt sei; diese wurden daraufhin im nahegelegenen Urach stationiert. König Wilhelm war anderer Meinung. Dieser Wilhelm ist uns schon einmal begegnet: im Zusammenhang mit den Arabern ( Vollblut):
| Das erste Gestüt, das sich seit 1817 der Reinzucht in Europa widmete, war das Gestüt Weil, von König Wilhelm I. von Württemberg 1810 gegründet, 1932 vom Haupt- und Landgestüt Marbach übernommen. | .
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